Fachbereich Chemie & Umweltschutz

Historie

Mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert wurden mehr und mehr giftige Stoffe produziert. Kunststoffe, Chemikalien, Düngemittel, Gase und andere Stoffe wurden hergestellt, transportiert und schließlich verwendet. Dies birgt immer die Gefahr von Unfällen, bei denen diese Stoffe freigesetzt werden und so erhebliche Gefahren für Mensch und Natur bedeuten. Aufräumarbeiten nach solchen Unfällen waren immer mit höchster Lebensgefahr für die Beteiligten verbunden, da eine entsprechende Schutzkleidung größtenteils noch nicht vorhanden war. Die Feuerwehren konnte man damals für solche Aufgaben noch nicht heranziehen. Sie waren fast ausschließlich auf die Brandbekämpfung spezialisiert, Atemschutz oder spezielle Schutzkleidung waren ebenso weitgehend unbekannt wie das Wissen, wie mit solchen Gefahrstoffen umzugehen ist.

In der Feuerwehr Unterhaching ist seit der ersten Beschaffung eines Rüstwagens (RW) und eines Ölschadenanhängers (ÖSA) im Jahr 1975 auch das Thema Umwelt- und Chemikalienschutz angekommen. Mit diesen beiden Fahrzeugen standen der Feuerwehr bereits umfangreiche Geräte z.B. zur Beseitigung von Ölspuren und dem Abpumpen von Mineralölen zur Verfügung. Zum Schutz des Ökosystems „Hachinger Bach“ im Unterhachinger Ortsgebiet konnte die Feuerwehr auf Ölsperren und wassertaugliche Ölbindemittel zurückgreifen. Außerdem konnten sich die Feuerwehreinsatzkräfte mit leichten Schutzanzügen vor Verschmutzung mit Mineralölen schützen und mit den später hinzu gekommenen Chemikalienschutzanzügen (CSA) in Verbindung mit Umluft unabhängigem Atemschutz wirksam gegen fast alle Chemikalien, Gase und Säuren schützen.

MultigasmessgeraetIm Laufe der Jahre wurden die CSA immer wieder durch verbesserte Modelle ersetzt. Die Atemschutztechnik konnte durch neue Compositeflaschen deutlich im Gewicht reduziert werden und ein neues Multigasmessgerät zum Aufspüren von explosionsgefährdeten oder sauerstoffarmen Atmosphären wurde beschafft.

Mit der Anschaffung des Abrollbehälters Umwelt im Jahre 2003 wurde die bis dahin immer wieder verbesserte Ausrüstung zur Bekämpfung von Umwelt- und Chemikalienschäden erweitert. Seitdem sind alle nötigen Gerätschaften dieses Fachbereichs in jenem Fahrzeug zentral verlastet und um die Strahlenschutz-Gerätschaften ergänzt worden.